Bremerhaven, Maritimes und die Besonderheiten des "Natusch" Fischereihafen-Restaurants
Natusch, stets exklusiv!
Wind und Wetter können sein, wie sie wollen: Für so manchen geht in Bremerhaven kein Weg am "Natusch" vorbei. Grund Nummer eins: Fisch, weil frischer nicht zu haben. Ist es doch Lutz Natusch als einzigem Gastronomen erlaubt, bei Deutschlands größter Auktion mitzubieten. Von seinem Fischereihafen – Restaurant sind es gerade mal 200 Meter.
Grund Nummer zwei. Fischgerichte in üppiger Auswahl aus der Nordsee, vornehmlich, zubereitet von den Chefköchen Richard Apel und Dieter Kulow. So Kutterfisch, Hering, Künstendorsch, Seeteufel, Tiefssee- Rotbarsch, Sandscholle, Angelschellfisch, Island-Blauleng, Fjordlachs, Limande, Kabeljau, Seezunge, Skrei (Winterdorsch), Wolfsbarsch und Eismeer-Seewolf, beispielsweise. Labskaus, nach altem Bremerhavener Seefahrerrezept, fehlt nicht-aus Rollmops, Rote Bete, Senfgurke und Setzei. Beachtlich die Weinkarte: rund 200 Offerten.
Grund Nummer drei: Ambiente, Ausstattung, Atmosphäre. Das beginnt bereits mit der Außenansicht: Der Bug eines Kutters ragt aus dem Gebäude. Im Innern auf Schritt und Tritt Maritimes: Planken, Segel, Ankerketten, Messinglampen, Galionsfiguren, Genießen wie auf hoher See, so in der Kajüte von Errol Flynn, dem Film-Draufgänger, original erstanden aus dessen Yacht "Zaca". Oder feiern im Laderaum eines alten Schoners. Und diverse Bullaugen sind von besonderer Anmutung, stammen sie doch aus Winston Churchills Yacht. In diesem Umfeld kann übrigens geheiratet werden, standesamtlich. Hochzeitsnacht , wenn gewünscht, dann im Comfort Hotel Bremerhaven oder Atlantic Hotel am Flötenkiel, gratis
Der Hinweis auf die warme Jahreszeit: Sommerküche, Sonnendeck, Rundum-Windschutz. Eingerichtet für 90 Gäste. Der Blickfang: 42 000-Liter-Essigfass als Service-Station. Mediterranes aus der Küche, kulinarische Erfüllung südlicher Urlaubsträume.
Apropos Süden, Deutschlands Süden, Bayern. Alljährlich gastieren Nutz Natusch und seine Köche in Aying bei München im Brauereigasthof des "Bräus" Franz Inselkammer, wie zuletzt im März. Auch diesmal war sie ausgebucht, die Fischwoche.
Quelle: SAVOIR-VIVRE - Die kunst des Lebens (Nachrichten Magazin) Mai/Juni 2006
Edler Fisch als Markenzeichen - Das Restaurant "Natusch" besteht seit 50 Jahren in Bremerhaven
Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt – in Bremerhavener Fischrestaurant Natusch. Nicht nur die letzten Aufräumerarbeiten nach einer Silvesterparty bis in den frühen Morgen liegen hinter den 35 Mitarbeitern von Inhaber Lutz Natusch, nein auch die Feiern zum 50 jährigen Jubiläum des bekanntesten Gastronomiebetriebes der Seestadt haben damit einen Abschluss gefunden. Für Lutz Natusch ist jedoch kein Grund, der Vergangenheit nachzutrauern: Sicherlich gehören wir zu Bremerhaven wie das Container Terminal oder das Columbus-Center, aber dennoch müssen wir auf Grund unserer geografischen Lage immer wieder um unsere Gäste kämpfen. Dass die gesamte Region nicht gerade mit guten Restaurants gesegnet ist kommt ihm dabei entgegen. Obwohl unsere Besucher zum überwiegenden Teil nicht aus der Seestadt kommen, sondern aus Bremen oder Hamburg. Das Natusch Fischereihafen-Restaurant, wie der korrekte Name lautet ist bekannt, weit über die Grenzen hinaus. Und allen Feinschmeckern, die nicht mal eben auf einen Sprung vorbei kommen können kommt Natusch entgegen. Gemeinsam mit seinen Team gastiert der gelernte Koch und Restaurantfachmann, der das Natusch 1981 von seinem Vater übergenommen hat, regelmäßig auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin oder bei den Fischtagen im bayrischen Aying. Da betreiben wir erfolgreiches Stadtmarketing für Bremerhaven ist sich Natusch sicher und verbindet diese Aussage mit Kritik an der Landeshauptstadt. Dass die Bremer die Seestadt immer noch wie ein großes Hafengelände betrachten oder seiner Erfahrung nach auch überregional so vermarkten, stößt nicht nur ihm sauer auf. Doch Lutz Natusch will nicht wie andere Bremerhavener schimpfen: dafür läuft auch hier zu viel nicht so, wie es sollte. Besonders die großen Unternehmen vor Ort, deren Führungsriegen sich im Natusch regelmäßig die Klinke in die Hand geben, könnten ihre Herkunft viel mehr betonen. Bei seiner großen Jubiläumsfeier im Dezember hat Natusch im Scherz Oberbürgermeister Jörg Schulz vorgeschlagen, um Bremerhaven einen großen Zaun zu ziehen und Eintritt zu nehmen, für einen Erlebnispark der etwas anderen Art.
Dass sein Restaurant seit Jahren in allen Gourmet-Führern, die in deutscher Sprache erscheinen, gelistet ist, erwähnt der deutsche Kanumeister von 1967 und 68 schon gar nicht mehr. Auch wenn ihm die Veröffentlichungen der Preisspanne seiner Hauptgerichte teilweise hämische Kommentare von Branchenkollegen einbringe. Eckart Witzigmann zieht mich immer damit auf, dass wir Kantinenpreise haben, lacht Natusch und wird sofort wieder ernst: wir können hier halt keine Preisstruktur wie in München oder Düsseldorf einführen, schließlich wollen wir ja die Bremerhavener nicht ausschließen. Die wirtschaftliche Lage der Seestadt erlaube nun mal keine Luxuskategorie, so der Unternehmer, der nebenbei noch Bremerhavens neuestes Hotel im Schaufenster Fischereihafen sowie Gastro-Service-Firmen auf Helgoland und in Wilhelmshaven betreibt.
Im Restaurant selbst kennt Lutz Natusch nach eigenem Bekunden jeden einzelnen Balken. Kein Wunder, wenn man in den Räumen seit 50 Jahren praktisch zu Hause ist. Dass sich daran nur noch eher zehn als 15 Jahre anschließen, erfüllt den Gastronom mit leichtem Schmerz. Keines seiner beiden Kinder will das Lokal übernehmen, also werde ich in ein paar Jahren wohl verkaufen müssen. Doch wer kauft sich schon Arbeit? Es werden wohl doch eher 15 Jahre...
Von Timo Nobis
Quelle: Die Welt, Dezember 2000
Synonym für Fisch? Natusch!
Bis in die Kreuzwort-Rätsel hat es Lutz Natusch noch nicht geschafft. Obwohl alle, die gerne guten Fisch essen, diesen Namen seit vielen Jahrzehnten kennen. Und das nicht nur in Norddeutschland. Auch in Bayern wissen alle Interessierten, wer “der Natusch” ist. Kommt der “Fischkopp” doch jedes Jahr zur Ayinger Fischwoche und füllt die Münchener Gazetten. Und so verwundert es nicht, dass jedes Jahr viele Liebhaber köstlicher Fischgerichte aus allen Landen nach Bremerhaven pilgern.
Sie finden sich ein im “Natusch”, das eigentlich “Natusch Fischereihafen-Restaurant” heißt, weil es sich eben dort befindet: Mitten im größten Fischereiverarbeitungsgebiet Deutschlands, im Herzen des Fischgeschäftes, Tür an Tür mit den Besten der Branche, Importeure und Verarbeiter wie Lübbert, Frosta, Flamingo, Frozen Fish, Deutsche See, um nur einige zu nennen. Und alle, auch die Lenker der großen Player auf dem Fischmarkt, suchen das gleiche: beste Fischqualität und überragende Zubereitung. Und eben genau dafür steht der Name Natusch.
Weil Frische oberstes Gebot für Natusch-Team ist, gibt es manchmal nicht alles, was auf der Karte steht. So ist das eben mit Qualität. Gibt es mal keinen Kutterfisch auf der Fischauktion, dann darf der Gast zwischen über zwanzig Alternativen wählen. Das Einzigartige an der Arbeit der renommierten Fischküche: Das Team um Küchenmeister Richard Apel und Sous Chef Dieter Kulow beherrscht die Klaviatur der internationalen Fischküche wie kein anderes in Deutschland.
So finden sich auf der Karte neben klassischen Norddeutschen Gerichten auch zahlreiche Anklänge an die asiatische, die skandinavische und die mediterrane Fischküche. Ein Beispiel sind die Filets vom Tiefsee-Rotbarsch "Indonesische Art" auf Currysauce mit Koriander, Gemüse aus dem Wok, Wasabipüree und Bali-Reis. Klassisch dagegen kommen die fangfrischen Kutter-Limande, gebraten in feinen Gartenkräutern, dazu neue Kartoffeln und Gurken-Dillsalat oder die Nordsee-Seezunge in Petersilienbutter gebraten mit zerlassener Butter, neuen Küstenkartoffeln und Salaten vom Markt daher. Eine eher mediterrane Köstlichkeit sind die Scampi auf Oliven-Knoblauchcreme mit Ratatouille, Pesto und Kräuterbaguette.
Die Karte liest sich wie ein Gedicht und schnell wird klar, dass ein einziger Besuch nicht ausreicht, um die kulinarische Bandbreite im Natusch zu erfassen. Also vertagen wir uns für den Loup de mer, den Fjord-Lachs und den Sushi-Thunfisch auf das nächste Mal. Ebenso für die Weinkarte mit ausgewählten Tropfen aus aller Welt. Eine Alternative wäre noch: Man trifft sich mit Freunden einmal zum legendärem Smörgasbord bei Natusch - ein skandinavisches Buffet, das seinesgleichen sucht: heiße Suppe, Shrimps, Matjes, Schinken, Braten, Lachs, Krabben, Aal, Salate und vieles mehr, bieten unzählige Genüsse aus der Natusch Küche.
Das Spektrum der Gäste ist sehr breit. Sie kommen natürlich aus der Region, aber vor allem auch aus Bremen und Hamburg zum Fischessen in die Seestadt. Und kein Tourist, der etwas auf sich hält, passiert Bremerhaven, ohne im Natusch gespeist zu haben. Neben der herrlichen Küche ist das Restaurant selbst durch seine im Jahrzehnten gewachsene Einrichtung zur Attraktion geworden. Aus echten Schiffen wurden Teile in das Gebäude verfrachtet und bieten ein einmaliges maritimes Bühnenbild für die kulinarischen Inszenierung des Fisches. Der LAUFPASS-Tipp: hingehen, Raum und Zeit vergessen und eine ordentliche Portion Natusch - oder sagte man dazu Fisch - genießen.
Quelle: Laufpass August 2007/Sommer


